Ausziehen - nackte Tatsachen rund ums Öl

Was haben Turnschuhe, Gürtel, Kopfhörer, Uhren und Unterwäsche gemeinsam?

Obwohl sie weder schwarz sind noch abscheulich stinken, steckt in ihnen eine Menge Öl. Und das in verschiedensten Formen. Der fossile Rohstoff ist fester Bestandteil von Textilfasern, Kunststoffen, Medikamenten, Cremes und vielem mehr.

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Wenn der Ölhahn Alarm schlägt

Spätestens seit den James-Bond-Filmen und der Ölkrise im Irak wissen wir: Öl regiert die Welt. Das schwarze Gold verursacht Kriege. Im Film wie in der Realität. Warum? Weil wir so abhängig vom Öl sind wie ein Baby von der Muttermilch.

Ohne Öl würde die Welt stillstehen. In Kraftwerken dient Öl zur Stromerzeugung, in Form von Benzin treibt es Motoren in Autos, Flugzeugen und Maschinen aller Art an. Öl ist der wichtigste Energieträger auf der Welt. Allein in Deutschland deckt es rund ein Viertel des Wärmebedarfs und fast 100 % des Kraftstoffbedarfs.

Früher war alles besser - in puncto Ölpreis ja: In den 50er Jahren wurden immer neue Ölquellen erschlossen und der Ölpreis sank. Deshalb gründeten fünf Ölförderländer am 14. September 1960 die OPEC (Organization of Petroleum Exporting Countries). Die Organisation legt seither Förderquoten für ihre einzelnen Mitglieder fest. Durch die künstliche Verknappung oder Steigerung der Ölförderung steigt oder fällt der Preis für den Rohstoff weltweit. Heute gehören der Organisation 12 Länder aus Afrika, dem Nahen Osten und Südamerika an, die etwa 40 % der weltweiten Erdölproduktion stellen und über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven verfügen.

Die Wüste boomt

Erdöl hat die Industrialisierung ermöglicht und sorgt für steten Fortschritt und Wohlstand. Das Problem: Die Nabelschnur, durch die das flüssige Gold nach Europa fließt, liegt in der Wüste - und macht uns abhängig von den Golfstaaten.

65 Billionen Dollar - darauf beläuft sich der Wert des Öls, das den Scheichs gehört. Damit stampfen sie futuristische Städte aus dem Boden, investieren in Aktien, Unternehmen, Immobilien und Fluglinien. Von ihrem gigantischen Reichtum profitieren auch deutsche Firmen. Sie liefern das Material für den Aufschwung.

Faulschlamm ist eine Vorstufe auf dem Weg zum leistungsstarken Benzin. 

Ausgangsmaterial bilden abgestorbene Plankton- und Pflanzenreste, die sich auf dem Meeresboden absetzen. Normaler- weise verwesen sie dort unter Einfluss von Sauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser. Manchmal sind die Überreste aber abgeschnitten von der Sauerstoffzufuhr. Unter ungeheurem Druck der Wasser- massen von oben entsteht Tonschiefer, der über Jahrmillionen tiefer ins Gestein wandert. In einer Tiefe von 2.000 bis 4.000 m herrschen Temperaturen von 65 bis 120 Grad und ein hoher Druck - genau richtig für die Umwandlung des Materials in Erdöl. Weil dieses leichter ist als Wasser, steigt es und gelangt durch poröses Gestein wieder Richtung Oberfläche, bis es auf eine undurchlässige Schicht trifft. Das kann z. B. Salz, Mergel oder Ton sein. Dort sammelt sich das Erdöl in Lagerstätten an, aus denen wir das Öl mit Bohrungen beziehen.