Wie viel Kohle brauchst du?

Kohle machen, Kohle ausgeben, keine Kohle haben: Unser ganzes Leben dreht sich um die liebe Kohle. Ohne Kohle könnten wir uns keinen Strom leisten. Also kein Grund, tief im Boden zu versinken. Tut sie aber doch - aus rein geologischen Gründen. Bringen wir ihre guten Seiten ans Tageslicht.

Schwarzfahren in der Unterwelt: das unsichtbare Auto-U-Bahn-Netz

Über 1.000 m tief unter der Erde versteckt sich die Steinkohle. Auch heute noch ist es eine schweißtreibende Knochenarbeit, sie ans Tageslicht zu bringen. In Deutschland gibt es acht Bergwerke, in denen Steinkohle gewonnen wird. Klingt jetzt wenig, aber:

Die gesamte US-Hauptstadt Washington D. C. würde mit ihren 177 km2 problemlos in die Grubengebäude unter Tage passen. Metros transportieren bis zu 2.000 Menschen zu ihrem Arbeitsplatz. Weit verzweigte Strecken- und Schachtnetze durchziehen wie Autobahnen die riesigen Areale. Tagtäglich können so 30.000 Tonnen Steinkohle zu Tage befördert werden - eine echte logistische Meisterleistung.

Einstieg? Ausstieg? Aufstieg?

Den Klassiker der Energiegewinnung wird es noch für Jahrhunderte geben. Forscher vermuten, dass die weltweiten Kohlevorräte noch für 250 bis 500 Jahre ausreichen. Das ist auch gut so, denn: Jeder zweite deutsche Haushalt wird derzeit mit Kohlestrom versorgt. Vor allem die Braunkohle wird immer wichtiger: Sie ist der einzige einheimische Rohstoff, der ohne Subventionen gefördert werden kann.

Aber woher kommt seit Menschengedenken die ganze Kohle?

... dass die Arbeit unter Tage ganz schön hart sein kann?

Früher trieb den Bergarbeitern jedoch nicht nur die Anstrengung den Schweiß ins Gesicht, sondern auch die Angst. Durch einen Wassereinbruch wurden am 24. Oktober 1963 50 Bergmänner in der Grube Lengede-Broistedt eingeschlossen. Nur elf von ihnen konnten nach Tagen lebend aus dem tödlichen Gefängnis befreit werden. Heute passieren nur noch selten Unfälle. Hohe Sicherheitsvorkehrungen sorgen für einen umfassenden Schutz unter Tage.