Hitzkopf und Star am Energiehimmel!
Die Sonne kann sich schon einiges auf sich einbilden: Alles dreht sich um sie, jeder weint, wenn sie nicht da ist, im Sommer schmeißt man alle Klamotten von sich, um in ihr zu baden. Und obwohl sie mit ihren rund 4,5 Mrd. Jahren nicht gerade jung ist, wird sie weltweit angehimmelt und vergöttert.
Multitalent:
Solarstrom aus der Sahara, Fusionsenergie aus künstlichen Sonnen, Solarzellen für den Computer - die Möglichkeiten, die Kraft der Sonne zu nutzen, sind zahlreich und unendlich vielfältig. Das macht den Umgang mit der heißesten Energiequelle unserer Erde so spannend!
Die Sonne ist ein riesiges Kraftwerk, in dem durch die Verschmelzung von Atomen permanent Energie freigesetzt wird. Dieses Funktions- prinzip haben sich Forscher zum Vorbild genommen. In irdischen Kernfusionskraftwerken soll künftig durch die Verschmelzung von Wasserstoffatomen Energie gewonnen werden. Ein einziges Gramm Brennstoff könnte so viel Energie freisetzen wie 11 Tonnen Kohle.
The Sun - ein Interview
München, Isar, Sonntag. Wir haben eine der seltenen Möglichkeiten, mit dem großen Weltstar der Energiebranche zu sprechen: der Sonne. Guter Stimmung und strahlend motiviert stellt sie sich unseren Fragen:
TW: In der Branche eilt Ihnen ein wenig der Ruf der Diva voraus ...
Sonne: Das ist unberechtigt. Natürlich kann man nicht überall zugleich sein. Zudem hänge ich in meinen eingefahrenen Bahnen fest ...
TW: Dennoch klagt man in unseren Breiten besonders dieses Jahr darüber, dass Sie sich ein wenig rargemacht haben.
Sonne: Ich hasse Vorwürfe! Besonders die Deutschen haben immer was zu meckern! Pessimistisch, wie sie sind, merken sie sich mehr die Regentage anstatt meine Anwesenheit.
TW: Frustriert?
Sonne: Keineswegs. Mir geht es blendend, bei der weltweiten Wertschätzung, die ich gerade erfahre. 4,5 Mrd. Jahre wurde ich nur gern gesehen, jetzt werde ich auch richtig genutzt. Fantastisch. Ich gebe mein Bestes.
TW: Wird die Klimakatastrophe kommen?
Sonne: Ich weiß nicht, ob es schon fünf vor zwölf ist, da fragen Sie besser die Wissenschaftler, Politiker und die Presse. Fakt ist: Die ständig wachsende Bevölkerung und die verdiente Anhebung des Lebensstandards in den Schwellenländern lassen den Energieverbrauch steigen. Aber jeder Einzelne kann seinen persönlichen Beitrag zum Energiesparen leisten.
TW: Ihre nächsten Pläne?
Sonne: Ich bin ja noch lange nicht ausgebrannt, im Gegenteil. Ich habe eine Menge überschüssige Energie, die ich loswerden möchte. Mein Traum? Eine Großstadt in Deutschland durch meine Strahlen mit Strom versorgen.
TW: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Spaß beiseite - ohne Sonne kein Leben: Binnen von Sekunden würde sich die Erde in eine Kältekammer verwandeln, in der selbst Polbewohner wie Pinguine kalte Füße bekämen. Vielleicht rettet uns die Sonne sogar vor der bevorstehenden Klimakatastrophe. Der Strom, der sich aus ihren Strahlen gewinnen lässt, ist klimafreundlich und unendlich. Nur: Wie fängt man den Strom aus der Sonne ein?
Rätselhaft! In Transsylvanien, dem Land der Vampire, entdeckte 1902 der russische Naturforscher von Kaletschinski einen 85 Grad heißen See. Die unterschiedliche Dichte der Wasserschichten führte dazu, dass auf dem salzreichen Grund des Sees die Sonnenwärme wie in einem Speicher eingefangen wurde. Heute gibt es in Israel zahlreiche solcher Sonnenteiche. Über Rohre am Boden des Teichs kann Wärme abgezapft werden. Das kann man nur bodenlos gut nennen!