Akustikdesigner: Der Klang-Dirigent

Bild: Ingo Neumann/ pixelio.de.

Der Ton macht die Musik. Das gilt nicht nur für das Rascheln der Süßigkeitenverpackung oder das Brummen des Staubsaugers. Auch das Knallen der Autotür und das Aufheulen des Motors sind Geräusche, die zur akustischen Visitenkarte werden können. Im Fahrzeugbau ist das so genannte "Sound-Design" deshalb ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung. Beim Ingolstädter Autobauer Audi arbeiten rund 60 Ingenieure an der Analyse und Gestaltung des Fahrzeugklangs. Ein komplexer Job: Wird der Zündschlüssel umgedreht, setzen sich im Motor mehr als 1000 Bauteile in Bewegung. Das sind viele einzelne Töne, die am Ende eine einzigartige Gesamtkoposition ergeben.

Klangsymphonie aus Motor und Fensterheber

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Foto: Audi.
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Beim Sound-Design müssen alle Einzelteile im Fahrzeug so aufeinander abgestimmt werden, dass sie sich gut anhören. Welchen Klang der Motor, die Ansaugung oder die Abgasanlage haben soll, wie stark Fahrbahngeräusche im Innenraum wahrnehmbar sind, welche Geräusche elektrische Fensterheber oder Blinker machen oder wie satt die Tür ins Schloss fällt - all das setzen Akustikdesigner mit ihrer Klangsymphonie um. 

Die Soundingenieure sind bereits in der frühen Entwicklungsphase eines neuen Modells mit dabei und geben von der Werkstoffwahl bis zum Design den Takt an. Oberstes Prinzip ist dabei die Schallbeeinflussung an der Quelle ihrer Entstehung - im Motor. Sein Geräusch muss die Erwartungshaltung des Fahrers treffen. Sportliche Autos sollen sich auch schnell anhören, große Limousinen dürfen eher dezent brummen. 

Das "Knister-Knaster"-Team sucht Falschspieler

Jeder hört anders, denn Geräusche sind subjektive Empfindungen. Eine Herausforderung für die Akustikdesigner. Sie müssen diese Eindrücke verallgemeinern. Dabei hilft ihnen die Psycho-Akustik, die Geräusche von "angenehm" oder "beruhigend" bis "widerwertig" bewertet. Höhere Töne werden meist als unangenehm empfunden und können schon extrem nerven - doch gerade das sollte beim Autofahren nicht passieren. Bässe hingegen hören sich angenehmer an. Im Auto-Orchester gibt es deshalb gute und schlechte Musiker. Auch den Falschspielern müssen die richtigen Flötentöne beigebracht werden. Bei Audi ist ein "Knister-Knaster"-Team den Ursachen von störenden Quietsch- und Knarzgeräuschen auf der Spur.

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Prüfung des Türschließ-Geräuschs bei Audi
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mit einem Referenzton