Halbvoll? Halbleer?

Pessimist oder Optimist, fest steht: Der Vorrat an Öl ist begrenzt und erneuert sich nicht von selbst. Alternativen müssen her, um die Energieversorgung in Zukunft sicherzustellen - und um Europa von den erdölexportierenden Ländern, auch OPEC genannt, unabhängig zu machen. Ihre Entscheidungen haben Einfluss auf die Wirtschaft und Politik der ganzen Welt. Doch wie sehen die Alternativen aus? Mehr dazu auf Future Now.

Raffinierte Chemie und das Ende brennender Wale: So fing alles an

Im Jahr 1855 wurde die Herstellung von Kerosin aus Erdöl und Kohle patentiert. Obwohl Kerosin bis 1920 vor allem als preiswerte Alternative zu Walöl für Lampen genutzt wurde, leitete es den Beginn der modernen Erdölindustrie ein.

1859 entstand die erste Raffinerie. Dort spalten verschiedene Vorgänge den Rohstoff in seine Bestandteile wie Heizöl, Kerosin und Benzin auf.

Nach der Erfindung des elektrischen Lichts wurde Erdöl zunächst uninteressant, bis eine clevere amerikanische Familie seine Vorzüge erkannte und in die Geschichte einging: die Rockefellers. Sie setzte als Gründer der einflussreichen Standard Oil Company Benzin als Ottokraftstoff durch und stellten so die Weichen für die Zukunft - bis heute.

Knall, bum, peng, krach - Öl macht Feuer unterm Hintern

Teilweise tritt Erdöl von selbst an die Oberfläche. Deshalb können es die Menschen schon seit ca. 12.000 Jahren auf ganz unterschiedliche Weise nutzen:

Die Griechen bauten daraus regelrechte Flammenwerfer für ihre Feldzüge und die römische Armee verwendete das Öl vermutlich als Schmierstoff.

Im Vorderen Orient vermischten Schiffsbauer die klebrige Flüssigkeit mit Sand und Schilf, um damit ihre Schiffsplanken abzudichten.

Einige Indianerstämme nutzten Erdöl als Grundstoff für Kriegsbemalungen, die Chinesen als Leucht- und Heizmittel und im Mittelalter galt es als Allheilmittel in der Medizin.

... dass unser Erdöl nicht nur aus entfernten Ländern zu uns kommt, sondern es auch Lagerstätten in Deutschland gibt? 

Im Jahr 1450 wurde die zähflüssige Substanz von Mönchen am Tegernsee entdeckt, die es als Heilmittel verwendeten und "Quirinius-Öl" tauften. Heute gibt es knapp 50 Ölfelder, die meisten davon in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Sie können Deutschland noch 10 - 15 Jahre mit Öl versorgen. Ungünstige geologische Verhältnisse erschweren jedoch die Förderung der ohnehin kleinen Vorkommen, so dass aufwändige technische Verfahren zur Gewinnung nötig sind.