Aber was ist jetzt überhaupt Wind?

Laues Lüftchen, stürmischer Wirbelwind oder Windstille. Egal, ob man ihn gerade spürt oder nicht: Der Wind ist wie ein unsichtbarer Gast - er ist immer da.

Das liegt daran, dass der Wind ein Luftstrom ist, der ununterbrochen über Stadt und Land weht - tagtäglich und auf der ganzen Erde. Folglich ist Wind eine Bewegung der Luft, die niemals aufhört. Das perfekte Perpetuum mobile?

Macht ganz schön viel Wind, die Sonne

Windpark Scroby Sands, Great Yarmouth, UK

Die Sonnenstrahlung sorgt für die Bewegung der Atmosphäre.

Da das Sonnenlicht unterschiedlich intensiv auf die Erde trifft, schwankt die Temperaturverteilung. So treffen die Sonnenstrahlen am Äquator senkrecht auf die Erde und heizen die Luft stark auf, während sie an den Polen die Erdoberfläche nur in einem flachen Winkel streifen. Am Äquator wird die Luft deshalb leichter und steigt nach oben. An den Polen ist die deutlich kältere Luft schwerer und konzentriert sich in Bodennähe. Folglich entsteht ein Luftdruckunterschied.

Der Wind weht, weil Luft von einem Gebiet mit hohem Luftdruck zu einem mit niedrigem strömt: In der oberen Atmosphäre drängt warme Luft zur Polarregion, von wo aus kalte Luft am Boden zurück zu den Tropen strömt - wie von einem Staubsauger angezogen. Der Ausgleich von Luftdruckdifferenzen ist ein ständiger Prozess, der endlos ist.

Solange es die Erde gibt, wird es deshalb auch den Wind geben - der Wind hört niemals auf zu wehen.

Der Wind in seinem Element

Sommer, Sonne, Strand und ein angenehm kühles Lüftchen auf der Haut. Warum das immer ausgerechnet am Meer weht?

Land- und Seebrisen gibt es nur bei warmen, sonnigen Witterungen. Sie entstehen, weil Land und Wasser sich im Tagesverlauf unterschiedlich schnell aufheizen und abkühlen. Tagsüber erwärmt sich das Land schneller als das Meer. Über dem Land steigt Warmluft auf - die Folge ist ein Tiefdruckgebiet. Vom Wasser strömt Luft landeinwärts, die die aufgestiegene Luft ersetzt - eine Seebrise entsteht. Wenn kein Hügel sie aufhält, kann sie eine Ge-schwindigkeit von bis zu 30 km/h erreichen. Nachts kühlt sich das Land schneller ab als das Wasser. Kaltluft sinkt über dem Land nach unten und strömt hinaus aufs Wasser. Dort ist die Luft noch warm und wird nach oben gedrängt. Die kältere, seewärts strömende Luft nimmt ihren Platz ein - eine Landbrise entsteht.

Tropischer Wirbelsturm

Ein tropischer Wirbelsturm, je nach Region Hurrikan, Zyklon oder Taifun genannt, entsteht im Spätsommer über tropischen Gewässern. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h gehört er zu den gefährlichsten Stürmen.

Er bildet sich, wenn durch die Sonne erwärmte, feuchte Luft über dem mindestens 26 Grad warmen Ozean aufsteigt. Bei den anschließenden Auf- und Abwärtsbewegungen dieser Luftmassen zwischen verschiedenen Bereichen der Atmosphäre setzt die feuchte Luft Wärme frei, die diese Bewegungen noch weiter verstärkt. Der innere runde Bereich mit niedrigem Luftdruck, das Auge des Sturms, kann anfangs bis 300 km Durchmesser haben. Um das Auge herum entsteht eine riesige Säule aus aufsteigender heißer, feuchter Luft. Wenn sie sich nach oben windet und abkühlt, kondensiert das Wasser zu Regen. Die stärksten Niederschläge und Winde gibt es deshalb in der Nähe des Auges.

Willy-Willy, Zyklon und Windhose

In Australien werden tropische Wirbelstürme Willy-Willy genannt; Zyklon heißen sie, wenn sie über dem Indischen Ozean auftreten. Windhosen sind kleinere Wirbelstürme über Land, die ebenfalls große Schäden anrichten können.

Stürmische Naturgewalten - mach` hier nicht den Willy-Willy

Manche Winde sind so stark, dass sie uns Menschen gefährlich werden können. Naturgewalten wie tropische Wirbelstürme lassen sich zwar von Forschern vorhersagen, berechenbar sind sie deshalb jedoch noch lange nicht: Sie können binnen von Sekunden Landstriche verwüsten, Häuser zerstören und Ernten vernichten.

Wissenschaftler wie Meteorologen und Ozeanologen befürchten, dass die Stärke und Häufigkeit tropischer Wirbelstürme aufgrund der Erwärmung der Meeresoberfläche durch den Treibhauseffekt weiter zunehmen werden.