Wenn ihr die Bezeichnung Sportingenieur hört, frag Ihr euch sicherlich, was Ingenieurwesen und Sport miteinander zu tun haben. Wenn Ihr heute einmal schaut, womit Ihr Sport treibt, sei es Tennis, Fahrrad fahren oder einfach nur laufen werdet Ihr merken, dass Ihr Hightech vom Feinsten in der Hand haltet. Denn so vielfältig die unterschiedlichen Sportarten heute sind, so viel Auswahl habt Ihr auch bei den Sportgeräten die Ihr zur Ausübung braucht. Darum ist es gar nicht so abwegig, Ingenieurwissenschaften und Sport zu vereinen.
"Das Sportgerät wird erst zum Sportgerät, wenn es der Sportler in die Hand nimmt oder am Fuß trägt", erläutert Stephan Odenwald von der TU Chemnitz. "Diese Schnittstelle zwischen Sportler und Sportgerät ist das eigentlich Interessante. Was passiert mit dem Gerät, was mit dem Sportler?" Beispiel Laufschuh: "Früher haben die Hersteller größtes Augenmerk auf möglichst weiche Schuhe gelegt", berichtet Thomas Milani. "Diese Produkte hatten häufig den Nachteil, dass der Fuß im Schuh ,schwamm'', an Stabilität verlor und damit der natürliche Abrollvorgang nicht mehr gegeben war. Die Folge: Achillessehnen- und Kniebeschwerden. Die Schlussfolgerung: Der Fuß muss stabilisiert werden. Die so genannte Pronationsstütze sollte dieses Problem lösen. Es galt, Pronationsstütze und Dämpfungsverhalten optimal aufeinander einzustellen."
Von der Kooperation zwischen Maschinenbau und Sport profitieren aber längst nicht nur Leistungssportler. Die Bewegungs- und Materialforschung befasst sich auch mit den spezifischen Problemen und der Motorik von Kindern, Kranken, Behinderten und Älteren. Odenwald: "Wichtig ist, dass die Geräte gefahrlos auch von solchen Anfängern zu bedienen sind, die die Sporttechniken nicht beherrschen."