Berufserfahrung
Nach Abschluss der Ausbildung zum Jet-Piloten, unter anderem auf der amerikanischen Luftwaffenbasis Sheppard in Texas, war der Luftwaffenoffizier Thomas Reiter im Jagdbombergeschwader 43 in Oldenburg stationiert, wo er auf Flugzeugen des Typs Alpha Jet flog. Dort wirkte er an der Entwicklung eines rechnergestützten Flugplanungssystems mit und war in der Funktion als Flugeinsatzoffizier und stellvertretender Staffelchef eingesetzt. Nach Absolvierung der Ausbildung zum Testpiloten 2. Klasse bei der Flugerprobungsstelle in Manching im Jahre 1990 wurde Reiter im darauf folgenden Jahr in verschiedenen Flugerprobungsprojekten eingesetzt. 1992 durchlief er die Ausbildung zum Testpiloten 1. Klasse an der englischen Testpilotenschule ETPS in Boscombe Down. Seine Flugerfahrung beläuft sich auf mehr als 2000 Stunden auf über 15 verschiedenen Typen von militärischen Kampfflugzeugen.
Im März 1995 wurde er zum Bordingenieur für die Mission Euromir 95 nominiert, der mit 179 Tagen bis dahin längsten bemannten Weltraummission der ESA (3. September 1995 bis 29. Februar 1996). Im Rahmen dieser Mission führte er zwei Außenbordeinsätze (Extra Vehicular Activity, EVA) durch.
Zwischen Oktober 1996 und Juli 1997 absolvierte Reiter die Ausbildung für das Rendezvous und Andocken an die Raumstation sowie für die Rückkehr aus dem Orbit zur Erde mit dem Raumfahrzeug Sojus-TM.
Ihm wurde das russische Zertifikat als "Soyuz Return Commander" verliehen, welches ihn dazu berechtigt, eine Sojus-Kapsel mit drei Besatzungsmitgliedern während ihrer Rückkehr aus dem Weltraum zu steuern.
Am 4. August 2006 brach Reiter den Aufenthaltsrekord eines westeuropäischen Astronauten, den bis dahin mit 209 Tagen sein französischer Kollege Jean-Pierre Haigneré hielt. Nach seiner Mission war Reiter einer der wenigen Astronauten beziehungsweise Kosmonauten weltweit, der kumuliert über ein Jahr im Weltraum verbrachte. Sein Rückflug mit dem Space Shuttle Flug STS-116 erfolgte im Dezember 2006.
Thomas Reiter war von Oktober 2007 bis April 2011 im Vorstand des DLR zuständig für die Bereiche Raumfahrtforschung und -entwicklung. Anschließend übernahm er bei der bei der ESA die wichtige Aufgabe des Direktors für bemannte Raumfahrt. Am 20. März 2009 wurde Thomas Reiter von Bundesverteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung zum Brigadegeneral ernannt.